Tage der Arbeit!

Diese kommen auf 96 zu. Nach zwei Auswärtsspielen, die vom Auftreten her eher einem Betriebsausflug glichen oder einer Studiosus-Reisegruppe, alles wurde bestaunt aber bitte nichts anfassen, wird jetzt noch einmal Arbeit verlangt. Zu Hause gegen Mönchengladbach und dann bezeichnender Weise in der ehemaligen Arbeiter-, jetzt Kulturmetropole Bochum. Zum unvermeidlichen Endkampf! Brüder zur Sonne, zur Freiheit, zum Klassenerhalt! Oder wie es im russischen Original heißt: Smelo, towarischtschi, w nogu – Tapfer, Genossen, im Gleichschritt!

Viele Hannoveraner pilgern heute auf die Marktplätze der Region, um den Sozis, Gewerkschaftern und anderen Genossen beim wettern und Welt verbessern zu lauschen. Oder auch, um schon Vormittags ohne schlechtes Gewissen Bratwurst und Bier (Hannover voller betrunkener Gestalten) zu genießen.

Wesentlich mehr Menschen werden heute allerdings in die Fußballstadien gehen. Dort wird weniger gesprochen und politisiert, aber dafür gearbeitet. Arbeit ist es zumindest für die 22 Spieler auf dem Platz (und die meisten Schiedsrichter, außer Thorsten K. halt). Gut bezahlte meistens noch dazu, das schließt Thorsten K. wieder mit ein. So hält sich die VDV-Vereinigung der Vertragsfußballspieler auch weitestgehend aus den Maifeierlichkeiten heraus. Ist ja auch klar, denn die Herren Forsell, Hanke oder Schlaudraff haben ja keine Zeit sich mit DGB-Müllbeutel-Leibchen an den Klagesmarkt zu stellen und mit der roten Fahne zu winken. Stattdessen traben diese wahrscheinlich mit dem neonfarbenen Leibchen des Ersatzspielers hinterm Tor auf und ab. Nennen wir die mal Joker.

Wir gehen vor! Ist das Motto des DGB. Die Fans von 96 gehen auch vorweg. In den schwierigen Zeiten ist voll und ganz verlass auf die Unterstützung für Verein und Mannschaft. Seit Tagen ein ausverkauftes Stadion am Maschsee, wie der NDR es gerne tituliert. 49.000! So oder so, in Schwarz-Weiß-Grün.

Übrigens VDV. Auf der Seite steht geschrieben:

[...] verletzen sich Profifußballer in Deutschland im Durchschnitt zweimal pro Saison so schwer, dass sie vorübergehend arbeitsunfähig sind [...]

[...] Der Abschluss einer zusätzlichen privaten Absicherung ist daher ratsam.

Tendenziell also eine gute Idee für alle Neuverpflichtungen bei Hannover 96 auch privat vorzusorgen. Jetzt bliebe zu klären, welcher Risikogruppe Profis von Hannover 96 angehören? Könnte teuer werden…

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Erstellt am: 1. Mai 2010
Aktualisiert am 1. Mai 2010

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Ein Pingback

  1. [...] gemacht. Wenn die Tradition “in” ist, denn ist sie tot. Tja, und auch Hannover 96 hatte Anfang des Monats mehr als nur einen Tag der Arbeit vor sich, aber es hat ja schließlich für den Klassenerhalt gereicht, obwohl Gott keine [...]

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