Immer Bayern, das finden selbst die Bayern-Fans langweilig.
Nicht das Hannover die Fußball-Hauptstadt Deutschlands ist. Bei weitem nicht. Aber so bewegt doch ein direkter Klassenerhalt mit rekordverdächtigen 33 Punkten – oder nennen wir es effizient – eine Stadt mehr, als ein 57. Meistertitel gefolgt vom 28. Pokalsieg in der Form des 23. Doubles. Nur Neid werden die Bayern-Fans sagen? Mitnichten, ich erfreue mich jetzt noch am Pokalsieg 1992. Und ich kann alle Erfolge der Roten auswendig aufsagen!

Zurück zu Bayern: Im Falle einen Erfolges, Europa selten, Meister oft, Pokalsieger unwichtig, werden dann ein paar Jubel-Bayern auf den Rathausplatz gestellt, denen ein paar vom Sponsor gesponserte Riesen-Fahnen in die Hand gedrückt werden und über die Köpfe, nass vom Sponsor-Bier aus überdimensionalen Biergläsern, wird das weltgrößte Bayern-Blau-Weiß-Rotkreis-Rauten-Logo der Welt gespannt. Bereitgestellt von bezahlten Bayern-Ultras, bezahlt von einem anderen Sponsor, der auch die nicht bezahlten Korso-Cabrios bereitstellt. Passt ja, nicht bezahlte Autos haben sicherlich auch viele Bayern-Fans in der Garage. Willkommen im modernen Fußball! Emotion pur. Wünscht man sich da nicht Bochum zurück in die Bundesliga?
Einfach alles nicht so groß und überdimensional. Es darf auch mal erdig und echt und mittelgroß sein. Wie früher halt: pure Emotion.
Apropos früher. Ich kann mir vorstellen, dass Bayern-Fans gute Nazis Nazi-Mitläufer gewesen wären. Darf man das sagen? Sicherlich nicht. Aber dieses Gefühl kann einen umschleichen. Nicht das sie es sind, also heute sind, aber sie hätten es sein können, früher, ganz früher halt. Einige Eigenschaften sind doch recht ähnlich:
Was beschreibt denn Nazis? Größenwahn mit einhergehendem Narzissmus. Nicht verlieren können und die ewige Angst der Verschwörung. Oder anders: Heute gehört uns Deutschland, morgen die ganze Welt. Herrenmenschen und reine Rasse. Alleine habe ich noch nie was gerissen, aber in der Masse sind wir stark und andere bedrohen uns und damit die Welt. Widerlich.
Was beschreibt denn Bayern-Fans? Größenwahn mit einhergehendem Narzissmus. Nicht verlieren können und die ewige Angst der Verschwörung. Oder anders (man muss es nur wirken lassen): Wieder Meister und Pokalsieger, aber eigentlich streben wir nach Champions-League und Weltpokal. Und wenn es nicht klappt, haben sich der Rest der Liga und insbesondere die Schiedsrichter gegen den armen FC Bayern verschworen. Da geht es ja auch um Millionen. Zwei Sätze sagen alles:
“Der FC Bayern ist mit großem Abstand die beste deutsche Mannschaft. Das tut mir Leid für alle anderen.” (Zitat Uli Höneß).
Mir tut so etwas nicht Leid, aber weh.
Und noch was. Wenn es dann darauf ankommt, wenn man sich vielleicht ein bisschen mitfreuen würde mit den Bayern in Europa, dann wird wahrscheinlich wieder versagt. Halt, Stopp, nicht versagt. Dann war der Rasen zu lang, das Flutlicht zu hell, der Ball zu rund oder das mit den Toren auf jeder Seite des Spielfeldes war nicht vereinbart.
Nicht das ich dem FCB die Erfolg neiden und madig machen will. Ein Erfolg der letzten zehn Jahre würde mir reichen. Nur passend ist es natürlich, dass alle solange bei den Gewinnern sind, solange sie Gewinner sind. Dass die Sponsoren aufspringen, Euros hineinpumpen, das meiste Geld vom Fernsehen dort hängen bleibt und Millionen von Fans, die sonst nichts haben, sich im Erfolg sonnen wollen. Und ihr erspartes in blau-weiße Filzhüte stecken. Da hatte Willi Lembke wohl doch recht: der FC Bayern ist der Totengräber des deutschen Fußballs. Der DFB-Pokal ist bereits begraben…
Trotzdem: Ich freue mich auf die nächste Saison. Auch mit Bayern und ohne Bochum. Auch wenn ich glaube:
“Das ist der Dreck, an dem unsere Gesellschaft mal ersticken wird.” (U.H.)
Erstellt am: 17. Mai 2010
Aktualisiert am 18. Mai 2010
Schlagwörter: Bayern, Bochum, DFB-Pokal, Moderner Fußball
Ein Kommentar
Ein Pingback
-
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Martin Kreiensen erwähnt. Martin Kreiensen sagte: DIE ROTEN – Immer Bayern, das finden selbst die Bayern-Fans langweilig. http://www.dieroten.de/blog/?p=771 #bayern #bundesliga #h96 [...]


Folke schrieb am 18. Mai 2010 um 10:06
Bayern-Antipathie: Immer! Gerne!
Schiefe Nazi-Vergleiche: Bitte nicht!