Lena oder Fußball?

Wird man da heute auf eine schwierige Probe gestellt? Parallel zur zweiten Halbzeit des Klassikers Deutschland gegen Ungarn (für Jüngere: das war die Endspielpaarung 1954 als Deutschland das erste Mal Weltmeister wurde) beginnt der Eurovision Song Contest (für Ältere: das hieß früher Grand Prix d`Eurovision de la Chanson). Was tun?

Vielleicht nimmt uns Herr Löw die Entscheidung ab. Ab der 45. Minute verspricht oder besser droht er damit, zu experimentieren. Die Vermutung liegt nahe, dass er das schon von Beginn der Partie an tut, Lahm und Schweinsteiger sind zum Beispiel nicht dabei. Andere mögen unken: Tut er das nicht schon immer, also seit 2006? Wenn dem so ist,  kann man rechtzeitig, nach der ersten Halbzeit, um 20:45 Uhr umschalten zur ARD. Man hat nichts verpasst und sieht tollen Etno-Schlager-Pop mit, so BILD, vielen Ludern als Konkurrentinnen unserer Lena. Also Jungs, Lena vorschieben, Konkurrentinnen schauen. Natürlich nur um zu wissen, dass diese unserer braven Lena nicht das Wasser reichen können. Gesanglich und von der Performance her (DSDS-Deutsch) natürlich. Was anderes zählt ja nicht.

Doch wenn wir einmal ganz tief in uns gehen, hat dann nicht jeder schon einmal vor dem Fernseher gesessen, ein Freundschaftsspiel der Deutschen Elf gesehen und sich spätestens nach der ersten Halbzeit gesagt: Ich schaue mir nie wieder ein Freundschaftsspiel der Deutschen Elf an!

Also wäre heute die Gelegenheit mal auf Fußball zu verzichten, dieses Versprechen zu erfüllen, ESC gucken statt FSDDE, inklusive Vorberichterstattung mit Deutschlands Experten für Schlager-POP, wie Uecker oder Kerkeling, die LebenspartnerIn damit zu erfreuen und sich jedoch spätestens nach 10 Minuten, wegen Uecker und Kerkeling, Olli Kahn und Katrin Müller-Hohenstein herbeisehnen (Müsste man eigentlich behandeln, ausgelöst durch Uecker und Kerkeling ist das aber eine natürlich Schutzreaktion des Körpers. Übersprunghandlung. Kann man nichts für. Wenn Flucht und Kampf im Gleichgewicht sind, fängt das Huhn an zu picken. Oder übergibt sich.).

Vielleicht kann man dann ja doch, ab und an, zwischen den Liedern einmal umschalten, nur kurz, um zu gucken wie es steht. Vielleicht auch nur für ein kurzes Wiedersehen mit unserem Szabolcs Huszti (Für ganz viel jüngere: war mal bei 96, wird kläglich vermisst, Torschütze zum legendären 1:0 in München. Video hier. Im Tor übrigens Olli Kahn, damals Torwart, heute Experte, siehe oben.).

Außerdem singt Lena erst mit Startnummer 22, da ist Fußball längst vorbei und es steht immer noch 0:0. Null zu Null? Ist zu erwarten. Also doch lieber gleich bei ESC und Lena bleiben… Lenas Mentor würde sagen: Man weiß es nicht genau… Damit meine ich Stefan Raab, nicht Hartmut Engler, Sänger von PUR, der behauptet Lenas Name hätte diesen im Ursprung ihres Schmachtfetzens mit gleichem Namen. Wenn es ihm und seiner Tour hilft, mag er das glauben dürfen. Darfst dann auch zu Uecker und Kerkeling an den Stehtisch.

Auf jeden Fall hat Lena ihre Philosophie, wie der Jogi. Sie bleibt sisch treu, ischt mental voll auf der Höhe und konzschentriert auf’s Ziel! Und nach dem Sieg, werden die Reporter, ob Fußball oder ESC die gleiche Frage stellen: Wie fühlst Du Dich! Qualitäts-Journalismus. Da zahlt man gerne für. Dann doch lieber Uecker und Kerkeling oder Müller-Hohenstein und Kahn.

Mein Tipp: Lena holt mehr Punkte als Hannover 96 in der letzten Saison. Wenn es gut läuft bereits nach drei Wertungsrunden…

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Erstellt am: 29. Mai 2010
Aktualisiert am 29. Mai 2010

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Ein Kommentar

  1. Tja, mit dem Orakel von Oslo hast Du ja völlig recht bewiesen (allerdings waren es dann doch vielleicht sieben Punkterunden). Stefan Raabs strategisches Meisterwerk.
    Und außerdem war der #esc ja komplett toll. Bis zur Startnummer 22 waren meine Favoriten das Samstagabendkleinstadtfeuerwerk Griechenland und der singende Vulkan Island. Und natürlich das große Windmaschinendrama aus Russland.

    Und am Sonntag habe ich noch alle drei Sondersendungen der ARD gesehen.

    Und wie ist Fußball so ausgegangen?

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