Einfacher kommt man nicht nach Europa, als über Elversberg!

Das sagt der Volksmund. Man, also eigentlich die Spieler meines Vereins, müssen nur Sechs Mal gewinnen und schwupps winkt Europa mit den großen Mannschaften in der Europa-League (früher UEFA-Cup). So einfach ist Fußball. Wenn da nicht die anderen wären.

Der Spielverderber heißt wie so oft Bayern München. Von den Finalen in diesem Jahrtausend (jedes Jahr eins, macht Elf) haben allein die Bayern Sechs bestritten und alle Sechs gewonnen. Die restlichen Fünf teilen sich dann auch nicht gerade abwechslungsreich auf: zweimal Schalke, zweimal Werder und wenigstens der FCN sorgte 2007 für ein wenig Abwechslung. Leider auch für die Fans in der darauf folgenden Saison, denn da gab es Zweitligafußball zu sehen. Aber vom Abstieg wollen wir ja hier in Hannover nicht mehr reden (siehe auch Hannoveranisierung).

Unser Traum von Europa, ist in der Liga wohl kaum zu erreichen, denn da müsste man überhaupt mal Spiele in Folge gewinnen. Zur Erinnerung: Letzte Saison aus 34 Spielen glatte Neun Siege. Das heißt, knapp alle vier Spiele ein Sieg. Weit entfernt von sechs Spielen und sechs Siegen. Gut, gehen wir davon aus im Finale auf Bayern, Schalke oder Werder zu treffen, dann muss das letzte Spiel nicht zwingend gewonnen werden. Das macht es doch recht einfach, oder?

Aber leider müssen die fünf Spiele davor gewonnen werden. Und daran haperte es in den letzten Jahren. Vergessen wir das letzte. Gegen Regionalliga-Absteiger Trier (Regionalliga ist inzwischen übrigens die vierte Liga. Das ist sogar noch eine Liga tiefer als E. Braunschweig spielt) kann man verlieren. War ja schließlich auch auswärts. Und die zwei Jahre zuvor, zweimal gegen Schalke, zweimal zweite Runde, zu verlieren kommt vor, aber hilft nicht wirklich auf dem Weg nach Europa.

Dicht dran, waren die Roten 2007. 4:2 nach Elfmeterschießen gegen den späteren DFB-Pokalgewinner Nürnberg. Ja, hätte, könnte, wäre das anders ausgegangen, hätte ein weiterer Sieg gegen Frankfurt für Europa gereicht. Aber so war es ja nicht, träumen darf man wohl noch von Weltklasse-Teams wie Rapid Bukarest und AE Larisa.

Besser klappte es im Elfmeterschießen in der Saison 2004/2005. 7:6 gegen Cottbus, in Cottbus. Mit einem gewissen Mertesacker (Torschütze zum o:1, Endstand 2:2, Christiansen traf noch) und einem Robert Enke im Tor, der den letzten Elfmeter der Cottbusser, Reghecampf schoss, hielt, bevor Christiansen verwandelte. Nachhaltig gebracht hat es leider nichts, im Viertelfinale war Schluss gegen Schalke. Wie eigentlich immer. Nach Führung durch Kruppi und Ausgleich für Schalke durch unseren Asamoah, brannte sich ein damals in Hannover noch unbekannter Nachwuchsfußballer mit Namen Mike Hanke durch ein Doppelpack in die Hirne der Verantwortlichen bei 96. Zwei Jahre später war er dann da um zu bleiben.

Trotzdem war 96 in diesem Jahr so nah dran an Europa wie nie wieder bis heute. Eigentlich schon qualifiziert, Urlaub war genommen, der Diercke-Atlas abgestaubt, da geschah das unfassbare: Mainz.

Hannover 96, Sieger der Fairplay-Wertung 2004/2005, der erste Titel seit 1992, hätte eigentlich nach Europa gedurft. Aber der DFB, das ZDF oder Horst Weyrauch hatten etwas dagegen, stattdessen durfte Mainz. Kurz danach war der Mainzer Trainer Klopp Experte beim ZDF. Bis heute einer der größten Skandale des deutschen Fußballs. Doch bisher wird alles unter den Teppich gekehrt: mögliche Zeugen sind plötzlich reich und senil, andere verschwinden oder verunglücken, kein ARD-Brennpunkt, kein Untersuchungsausschuss, Beckmann traut sich nicht ran an das Thema und die Rolle eines Walter Leisler Kiep (CDU) ist bis heute nicht geklärt. Kohl schweigt.

Es wäre übrigens Sevilla gewesen. Immerhin. Mainz hat verloren. Aus in Runde eins. 96 hätte sicherlich gewonnen. Pech für Fußball-Deutschland. Pech für das ZDF.

Doch nun genug der Historie, über das Jahr 2003 wollen wir nicht mehr sprechen.

Nur noch eins, so kann es gehen, diese Serie gehört auf jeden Lehrplan:

  1. Marathon Berlin 7:0
  2. VfL Bochum 3:2
  3. Borussia Dortmund 3:2
  4. Bayer Uerdingen 1:0
  5. Karlsruher SC 1:0
  6. Werder Bremen 6:5 (1:1)
  7. Gladbach 4:3 (0:0)

Sieben Siege. Und im Europa-Pokal wartete dann Werder Bremen. Lena Meyer-Landrut kam weiter.

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Erstellt am: 8. Juni 2010
Aktualisiert am 8. Juni 2010

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