Turniermannschaft? Deutschland? Italien!

Alle zwei Jahre ist wieder zu lesen: das deutsche Team ist eine Turniermannschaft. Nur was ist eine Turniermannschaft? Und ist das DFB-Team wirklich eine? Oder sind das nicht eher die kleinen Petzen südlich der Alpen? Italien. Wir haben das übrigens nicht vergessen.Italia
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Aber wir wollen (noch) nicht nachtragend sein. Ist vier Jahre her und wird ja mindestens noch einmal vier Jahre dauern, bis wir bei einer WM wieder gegeneinander spielen. Dieses Jahr wird das nichts mit euch, Italien. Nach der Vorrunde heißt es Koffer packen, denn die Turniermannschaft sind ja wir. Nicht ihr. Aber vielleicht kommt es ja noch anders, mit Italien. Auch mit drei Unentschieden, s.u., kann man ja noch weit kommen.

Um diese Chance, weit zu kommen, zu sichern hat das italienische Fernsehen gerade einiges zu tun. Man wird dort die Fernsehbilder mit Villas, spielt für Spanien, Tätlichkeit, gegen Geheimfavorit Honduras, an die FIFA schicken. Nachcoloriert und digital aufgearbeitet. Erstes italienisches Gebot, den alle Gegner schwächen, das macht Italien stärker.

Doch nun nochmal zur Frage der Turniermannschaft: Die Universität Duisburg hat in einer Studie festgestellt oder behauptet, dass Deutschland keine Turniermannschaft sei. Diese Studie wurde an der Fakultät für Betriebswirtschaft erstellt. Betriebswirten darf man glauben, schließlich sagten Betriebswirte auch die Spekulationsblase und die darauf folgende Wirtschaftskrise in diversen Studien voraus und haben immer vor der Bündelung fauler Kredite gewarnt. Also durchaus Menschen mit Durchblick.

Diese besagte Studie vergleicht allerdings die Leistungen einer Mannschaft vor einem Turnier, mit den Leistungen während eines Turniers. Das heißt, hier geht es einfach nur darum, während eines Turniers eine bessere Leistung zu bringen als zuvor. Demnach würde eine Turniermannschaft eine Mannschaft sein, die während eines Turniers pauschal besser spielt als in den zwei Jahren vor dem Turnier.

Leider gibt es an der Universität in Duisburg keinen Fachbereich Sport. Da hätte man ja mal nachfragen können, was eine Turniermannschaft ist. Eine Turniermannschaft ist eine Mannschaft, die es schafft sich während eines Turniers immer weiter zu steigern und genau in den richtigen Momenten voll da zu sein. Wie die Deutsche Internationalmannschaft es am Mittwoch gegen Ghana sein wird: Voll da und  „Mann schafft“ den Einzug in die nächste Runde, mit höschtger Konzschentratschion im richtigen Moment. Und dabei noch gut aussehen, im Babykaschmir-Pulli.

So wie immer. Könnte man jetzt vermuten. Auch 2002 musste man ein bisschen zittern. Nach einem 8:0 gegen Saudi Arabien und einem 1:1 gegen Irland, durfte im letzten Spiel gegen Kamerun nicht verloren werden. 2:0 hieß es dann nach 90 Minuten. Aber 2006 war das Weiterkommen mit drei Siegen (Costa Rica 4:2, Polen 1:0 und Kolumbien 2:0) eine ziemliche klare Sache. Und erst im Halbfinale war Schluss. 0:2 gegen Italien nach Verlängerung.

Und eben diese Italiener sind ebenfalls eine solche Turniermannschaft. 1982 ist Italien mit drei Unentschieden (0:0, 1:1 und 1:1) in der Vorrunde noch Weltmeister geworden. Bei der Finalteilnahme in den USA 1994 hatte Italien das Glück im Halbfinale auf den Außenseiter Bulgarien zu treffen. Ein beschämendes 2:1 reichte gegen diesen zweitklassigen Gegner zum Einzug ins Finale. 2002 war Italien nach souveräner Vorrunde nur durch den ausgelebten Heimvorteil der Schiedsrichter in Südkorea zu bremsen. Beim nächsten Titelgewinn im Jahr 2006, wo war das noch gleich, war Italien schon fast ausgeschieden, gegen Australien, aber ein absolut verdient herausgeschwalbter Strafstoß rettete die Italiener vor dem drohenden Aus im Elfmeterschießen. Und der spielerisch wie kämpferischen Übermacht des Gastgebers entkam man durch das konsequente Petzen vermeintlicher Unsportlichkeiten des Gastgebers. Wohlgemerkt in einem Spiel, in dem man gar nicht dabei war!

Das nenne ich Turniermannschaft. Besser werden, in dem die anderen schlechter werden. Mit allen Mitteln.

P.S: Keine wahre Turniermannschaft scheint Frankreich zu sein. Finale und Weltmeister 1996, 2002 das Aus in der ersten Runde, 2006 Finale, raus in der ersten Runde in diesem Jahr. Das gleicht einer Mathematik-Textaufgabe. Diese Reihe kann jeder Grundschüler  fortsetzen. Frankreich auch?

Erstellt am: 22. Juni 2010
Aktualisiert am 22. Juni 2010

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5 Kommentare

  1. 2006 war Italien Weltmeister, das glaub ich nicht – hat nicht Zidane gegen Maseratzi gewonnen?

  2. Das war eine andere Sportart: Stierkampf, glaube ich.

  3. Ok, trotzdem ist das das Einzige was von dem Endspiel nicht von der Festplatte gelöscht wurde.

    Italien – Turniermannschaft war gestern, übrigens gilt da auch für den Gegner des letzten WM-Endspiels…

  4. lol leute einfach lachhaft

    italien hat 2006 gewonnen und ende !!!

    ja wir sind 2010 nicht gut gewesehn aber mist auch latte es ist nur fußball

    und ich kann euch sagen 2012 werden wir bereit sein um uns nochmal zu beweißen

    italien war sich einfach zu sicher 2010 und hat die alten leute von 2006 einfach mit genommen aber das war der fehler und das buffon verletzt war ( war glück für die andern 3 aus der gruppe F )

    ihr könnt sagen was ihr wollt meine meinung ist das ihr einfach keine guten verlirer seit ende

    danke

    schreibfehler sind kostenlos

    mfg

  5. So „lachhaft“ fand ich den Titelgewinn Italiens gar nicht…
    „Italien hat 2006 gewonnen“, das muss auf lange Sicht aber nicht das Ende bedeuten.
    „2010 nicht gut gewesen“, was wohl sitimmt.
    „2012“ denken wir dran, wenn es so weit ist. Noch ist ja WM. Für die meisten, also viele…
    „Buffon“ ist ein Klasse Stürmer, der für viel Gefahr gesorgt hätte. Stimmt.
    „Gute Verlierer“ sind wir nicht. Man übernimmt im vereinten Europa so die ein oder andere Eigenart auch unserer geliebten Italiener. Wie zum Beispiel: Espresso, Cappuchino, Spaghetti, Dolce Vita,…
    „danke“ für Deinen Kommentar.
    „Schreibfehler sind kostenlos“ Aber nicht immer folgenlos. Seit welchem Ende eigentlich?
    „mfg“ Martin.

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