Mit Ballack wäre das nicht passiert.
Jetzt darf jeder mal drauf hauen auf den Capitano. Noch bis zum Beginn des ersten Gruppenspiels gegen Australien war sich Fußball-Deutschland, inzwischen entspricht dieses ganz Deutschland, außer einigen Links- (zu viel Nationalität) und Rechtsradikalen (zu wenig Nationalität), einig: Das kann nichts werden, ohne Ballack. Die deutsche Nationalmannschaft wurde auf ihren einzig wirklichen, internationalen Star reduziert.

Das hat sich geändert. Es gibt neue Stars, mindestens Elf in jedem Spiel, und, der große Nachteil für Herrn Ballack (33 Jahre), viel jüngere Stars: Lahm (26), Schweinsteiger (25), Özil (21), Thomas Müller (20) und nicht zuletzt den TEAMGEIST (4). Die meisten Spieler des aktuellen WM-Kaders haben den größten Teil ihrer Karriere noch vor sich. Andere, Nichtnominierte, mussten bereits erkennen, dass in der Nationalmannschaft kein Platz mehr für sie ist. Das fing mit Torsten Frings an, das zeigte sich im Ignorieren jedweder Offerten eines Jens Lehmann und wohl oder übel muss auch ein Michael Ballack einsehen, dass es schwierig wird, in dieses Team zurückzukehren. Zumindest als Kapitän und Stammspieler.
Vielleicht ist das aber auch ein Abbild moderner Karrieren. Immer mal wieder predigt die Politik, dass Karrieren heutzutage nicht ständig nach oben gehen müssen, sondern sich in der Nähe des Rentenalters auch wieder ein bisschen nach unten richten können. Man kann als ehemaliger Vorstandschef seine Qualitäten in den letzten Arbeitsjahren auch in der Devision Incomming-Outgoing ganz gut einbringen.
Vielleicht wird sich Herr Ballack daran orientieren und sich somit zukünftig ein wenig unterordnen müssen. Denn wenn man ehrlich ist, so recht vermissen tut man ihn im neuen System und in der neuen Spielweise der Nationalmannschaft nicht. Stand doch Ballack allzu häufig für den Doppelpass ohne Raumgewinn. So wird er sich eine neue Position suchen und eine andere Stellung in der Hackordnung einnehmen müssen. Das haben andere auch geschafft. Man denke zum Beispiel an David Beckham, als Maskottchen, oder Olli Kahn, als Experte beim ZDF.
Aber wollen wir uns nicht zu allzu respektlosen Äußerungen hinreißen lassen. Es sind schon ganz andere von ihrem Amt zurückgetreten, weil die Kritik zu respektlos war. Und was haben wir bekommen? Vielleicht werden wir uns morgen Abend schon wieder einen wie Ballack wünschen.
Für’s Finale am Sonntag gegen die Niederlande. Scheiß auf Krakenorakel…
Erstellt am: 6. Juli 2010
Aktualisiert am 6. Juli 2010
Schlagwörter: Ballack, Krakenorakel, Nationalmannschaft, Rente mit 33, Südafrika

