Tradition in Weinrot! Weinrot? Weiß! Zum Weinen…

Das schöne am Kommentieren ist ja, dass man alles besser wissen darf. Nicht allein nur das, man darf auch alles schlecht finden oder halt nur das kommentieren, was man schlecht findet. Ist ja auch einfacher zu meckern, als mal was Positives über die Tastatur zu bringen.

Das ist Weinrot, Hannover 96!

Deshalb bringe ich mal was Positives: Ich finde das neue lilarote (obwohl so richtig lilarot ist es in echt gar nicht, sondern eher so Malzbierflasche-im-Sonnenlicht-Zwischen-7-und-9-Uhr-Morgens, also so fast Weinrot halt, aber das passt jetzt nicht) Trikot gar nicht so schlecht. Auch das Gold (Oder eher so Bautzener-Senf-Im-Baumwollhemd) nicht. Damit das Ganze hier jedoch nicht zu gut wird, kommt gleich die Grätsche hinterher (neben der Missachtung des fast Weinrot): Ich finde die ganze Marketing-Aktion darum albern und höchst peinlich. Mag da jemand widersprechen?

Warum ich die Aktion nicht mag? Weil Sie einfach zu sehr nach Lehrbuch wirkt und dadurch zu inszeniert ist. War die Idee vor dem Trikot da und gab es keinen Weg zurück mehr? Ui, die Saison geht schon los? Oder wahrscheinlich doch eine Idee eines frischen Absolventen, der dem Fachbereich Marketing der Fakultät Wirtschaftswissenschaften (siehe auch Fragebogen “Was mich maßgeblich…” ;-) entsprungen oder aus Duisburg (siehe auch Experten für Turniermannschaften) ist.

Mir stellt sich die Frage, warum wird von Weinrot gesprochen? Gut, vielleicht waren es die schönsten Trikotzeiten, als die Roten Weinrote waren. Doch wenn man das so schön fand, warum dann nicht einfach richtig nicht nur fast weinrote Trikots herstellen? So wie früher halt, als Trikots noch von adidas waren (Darf man das sagen?). Nicht so überraschend; amerikanisch, innovativ (frei nach Cherundolo). Sollte doch technisch zu machen sein in Indien oder Bangladesch. Das Trikot ist wie gesagt, ähhh, nicht unschön, aber halt auch nicht traditionell Hannover 96. Spätestens zusammen mit der weißen Hose. Und die werden die Spieler – hoffentlich – in der Regel dazu tragen. Einer hat da wohl das Thema verfehlt, Under Armour oder das Marketing der Sales and Service.

Traditionell hin oder her, da gibt es eigentlich keinen Widerspruch und keine Alternative und ist ziemlich einfach zu definieren: Rotes Trikot (Rot halt, da könnt ihr den Pantone-Fächer ja mal aufklappen in Eurer Marketingabteilung beim nächsten Trikot-Pitch), schwarze Hose und weiße Stutzen. Fragt mich einfach beim nächsten Mal. Ich nehme mir die Zeit.

Und wenn schon Tradition, dann macht die Trikots doch gleich weiß. Schließlich einigte man sich einst im Jahre 1896 auch auf diese Farbe. Wie heute, war die finanzielle Situation damals angespannt und da jeder Spieler zumindest ein weißes Hemd im Schrank hatte, spielte man in Weiß. Das wäre Tradition. Von wegen Weinrot…

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Erstellt am: 28. Juli 2010
Aktualisiert am 28. Juli 2010

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Ein Kommentar

  1. Die Farbe der Saison ist ja ohnehin “taupe” (vgl: Chanel Particuliere-Nagellack – http://bit.ly/cIuqs9). Und das kombiniert mit einem kühlen Grauton, silber gar, das fänd’ ich schick!
    “Die Taupen” statt “die Roten”… gut, man müsste es vielleicht öfter hören. Andererseits: echte Fans könnten dann wieder in alten weinroten Alternativtrikots aus dem Illegale-Fanartikel-Shop dagegen zusammenhalten. Nie war man sich unter englischen Linken einiger als unter Mrs. Thatcher.

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