Die DRD-Themenwoche: Der moderne Fußball

Es beginnt mit einem Spiel gegen den modernen Fußball. Quasi gegen den Billionaires-Club der Bundesliga: die TSG 1899 Hoffenheim. Gesichts- und geschichtslos, so wird es behauptet, sei die Sinnsheimer Turn- und Sportgesellschaft. Sinnsheim? Als ob es das besser machen würde. Denn einen wahren Sinn hinter der Zugehörigkeit der TSG zur Bundesliga konnte noch niemand so recht entdecken. Nennen wir es also lieber Hoffenheim, mit dem Hoffen auf ein baldiges Wiedersehen im Lokalsport. Das hätte dann auch wieder Sinn.
Wer den Hoffenheimern jedoch ihre glorreiche Geschichte streitig machen will, der tut unrecht. Wer erinnert sich nicht an 1965. Das war das Jahr des Beitritts Maltas zur UNESCO, des Konkordats zwischen “Heiligem Stuhl” und Niedersachsen und natürlich das Jahr des fast größten Erfolges der TSG: das knappe scheitern im Halbfinale des Kreispokals. Zum Vergleich: Kaum beachtet und heute längst vergessen wurde Hannover 96 in diesem Jahr fünfter der noch jungen geschichtslosen Bundesliga.
Aber seien wir nicht so unterschwellig neidisch auf Demba Ba, Vedad Ibesevic oder Chinedu Obasi (SAPperlot, wer das ist, der gründe doch einfach eine Software-Firma…). Das sind halt alles Spieler, die sich mit der Region Kraichgau voll und ganz identifizieren. Nicht solche Vollblutprofis wie Hanke, Forsell oder Schlaudraff, die immer nur dort kicken, wo es den meisten Zaster gibt und die eigene Karriere stetig voranschreitet. Und mal ehrlich, wer will schon ins platte Hannover, wenn er auch ins hügelige Kraichgau könnte.
Auf den Trainer dürfen wir auch nicht neidisch sein. Schließlich haben wir den einst selbst vom Hof gejagt und müssen uns heute mit dem damaligen Co-Coach begnügen. Kontrollierte Offensive und Ein-Chance-Siege sind seitdem das Motto. Aber wen stört es, zählen doch die Punkte nicht die Leerbuch-Spielzüge.
Auf jeden Fall ist es für jeden Fan eines klassischen, mit Historie versehenen Vereins, eine Genugtuung den eigenen Klub gegen die Retorten siegen zu sehen. Bisher ist das Hannover 96 noch nicht gelungen. Aber diese Saison ist es Zeit, mit Serien zu brechen. Auf geht es: Gegen den modernen Fußball in der Interpretation eines Dietmar Hopp. Der ROI* ist der Fan!
(*) Roi = frz. König, aber auch Return of Investment
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Erstellt am: 31. Oktober 2010
Aktualisiert am 18. März 2011
Schlagwörter: 1896, 1965, Hoffenheim, Hopp, Hoppereiter, Kreichgau, Moderner Fußball, Roi
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