Rote Wand gewandelt

Ich habe meine Dauerkarte oder besser meine Option gewandelt. Natürlich! Dreimal Europapokal! Das habe ich mir verdient. 40 Jahre 96 und endlich international (’92 war ja nix)! Und dann gleich noch richtige Knaller mit Standard Lüttich, FC Kopenhagen und Vorskla Poltawa. Gut, da weiß man noch nicht genau was Vor- und was Nachname ist, aber auch die werden wir ja noch kennenlernen. Schließlich erweitert sich unser fußballgeografischer Horizont ja gerade enorm.

Kamen die Roten bis dato gerade einmal zum Trainingslager bis nach Österreich, ging und geht es jetzt auf Studienreise nach Spanien, Dänemark, Belgien und in die Ukraine.

Dabei rückt insbesondere das Spiel in Kopenhagen in den Fokus der Fans: eine rote Wand reloaded wird angekündigt. Viele Fans, ich auch, bevorraten sich bereits mit Karten für die benachbarten Blöcke C1, C4, C7 etc. bei freier Platzwahl. Das Internet macht es möglich.

SPON hat ebenfalls reagiert und den 96-Fans mit einem Artikel über die Hauptstadt des guten Geschmacks (Kopenhagen) Appetit gemacht. Und wenn es schmeckt, dann zahlt man auch gerne ein paar Euro mehr für’s kleine Bier. Aber was interessiert einen Fußball-Fan schon billiger Gerstensaft, in der Regel hält sich dieser ja an edle Tropfen wie Chimay-Bier „Grande Réserve“. Nicht das Abspreizen des kleinen Fingers beim Trinken vergessen.

Noch nicht ganz so das Interesse findet das Spiel in Kopenhagen bei Hannover96.de. Zwar wird mit „Alle wichtigen Infos“ zum Europapokal geworben, doch was wirklich wichtig (groß) ist, bestimmt immer noch der Verein (oder Frau Seeler).

Ich entscheide die großen Dinge und meine Frau die kleinen. Welche Dinge groß oder klein sind, bestimmt meine Frau. (Uwe Seeler)

Billigeres Bier gibt es mit Sicherheit in der Ukraine. Dem Land, in dem die Frauen sich ihr blondes Haar in geflochtenen Zöpfen um den Kopf wickeln (<- die werden dann auch Regierungschefin: jedes Land bekommt was es verdient!) und der Krimsekt „Schampanske“ (шампаньске) heißt. 24 Stunden braucht man mit dem Auto bis Poltawa. Zurück geht es mit dem Flugzeug wesentlich schneller.

Damit zu Belgien (den Erfindern des nächtlichen Autos abfackeln) und damit auch zurück zum Bier. Eine Woche Zeit sollten sich die Fußball-Fans für Belgien schon nehmen. Gilt es doch die 1000 belgischen Biersorten zu probieren. Mache haben über 10% Alkoholgehalt, andere sind mit den typischen Biergewürzen wie Koriander und Orangenschalen „geflavourt“. Na dann Prost.

Viele Fans werden ja eh nicht dabei sein, denn nur 5% der Karten gehen nach Hannover und die Belgier sind auch noch so unverschämt die restlichen Tickets nur im Paket zu verkaufen.

Für alle, die weder in die Ukraine noch in unsere Nachbarländer reisen wollen, bleibt ja der Sportkanal Kabel 1. Die Sport-Redaktion des Senders bewies ja schon ihre Qualitäten mit der äußerst erfolgreichen Fußball-Soap „Achtung Messies“, der Magath-Doku „Wer ist hier der Boss“ und dem Reality-Format „Stellungwechsel – Job bekannt, fremdes Land“ mit Lothar M. und einer Menge ukrainischen Frauen in der Hauptrolle.

Doch jetzt zu etwas anderem: Bundesliga. Ich mache es kurz: Der nächste Gegner ist immer der schwierigste, die Mannschaft von 96 konzentriert sich voll auf dieses Spiel und die fahren nicht nach Stuttgart um dort zu verlieren. Noch Fragen? Auswärtssieg. Ungeschlagen. Spitzenreiter.

Noch etwas ganz anderes. Die HAZ hat ECOs Netzgeflüster eingestellt. Still und heimlich und typisch hannöversch trocken. Schade, man sehe keine Zukunft mehr für dieses Format. Ich fand es in der Gegenwart und Vergangenheit eigentlich ganz gut. Eines Tages wird die Druckausgabe der HAZ auch eingestellt werden – manch einer sieht ja keine Zukunft für dieses Format.

Erstellt am: 9. September 2011
Aktualisiert am 9. September 2011

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